Fortschritte bei der Rekonstruktion des römischen Schnellwagens
Ein wichtiger Meilenstein im Forschungsprojekt wurde erreicht: Die Rekonstruktion der eisernen Beschläge des römischen Schnellwagens ist abgeschlossen. Grundlage hierfür bilden archäologische Funde aus Kroatien. Mit der Fertigstellung dieser Bauteile kann die experimentelle Rekonstruktion des Fahrzeugs weiter vorangetrieben werden und bildet eine wesentliche Grundlage für die bevorstehenden Untersuchungen zur Funktionalität und Nutzung des Wagens.

Historisches Ledergeschirr erfolgreich fertiggestellt
Das nach historischen Vorbildern gefertigte Ledergeschirr konnte erfolgreich fertiggestellt und gemeinsam mit den Pferden des Gestüts von Jörg Wildung in Schloss Kühlenfels (Pottenstein) erstmals angepasst und ausgerichtet werden. Mit diesem wichtigen Zwischenschritt sind die Voraussetzungen für die bevorstehenden Erprobungen unter realitätsnahen Bedingungen geschaffen.

Vorbereitung der Messtechnik für Untersuchungen am Keltenwagen
Ein weiterer wichtiger Schritt für die experimentellen Untersuchungen unserer rekonstruierten Wagen erfolgte am Lehrstuhl für Konstruktion und Produktentwicklung der Fakultät Maschinenbau der TU Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel Bartz. Gemeinsam mit Prof. Bartz und seinem Team wurden die Positionen der geplanten Sensorik am Keltenwagen festgelegt.
Insgesamt werden sieben Sensoren am Fahrzeug installiert: zwei an der Achse, drei am Wagenkasten – davon einer im hinteren Bereich und zwei im Bereich des Fahrers – sowie zwei weitere am Joch. Die Sensorik wird anschließend sukzessive auf den Reisewagen und den römischen Schnellwagen übertragen. Über ein Bus-System werden sämtliche Messdaten synchron erfasst und ausgewertet.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die auftretenden Beschleunigungen und Schwingungen. Dabei soll analysiert werden, wie sich die Belastungen von der Achse über den Wagenkasten bis zum Fahrer und schließlich auf das Joch und die Zugtiere übertragen.
Ergänzend konnten Prof. Dr. Boris Dreyer und Prof. Dr. Marcel Bartz bereits den Fahrkomfort des Keltenwagens bei einer ersten Probefahrt beurteilen.
Die anschließenden Versuchsfahrten erfolgen auf einem standardisierten Testparcours mit unterschiedlichen Untergründen, darunter querfeldein, befestigte Wege sowie Pflasterstein. Durch identische Versuchsbedingungen werden die Messergebnisse der drei rekonstruierten Fahrzeuge – Keltenwagen, Reisewagen und römischer Schnellwagen – unmittelbar miteinander vergleichbar. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Fahreigenschaften und den Nutzungskomfort antiker Wagen zu gewinnen.

