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Edition des ältesten Briefbuchs der Reichsstadt Nürnberg (1404–1408)

Die Reichsstadt Nürnberg war im späten Mittelalter nicht nur ein wirtschaftliches und kulturelles, sondern auch ein politisches Zentrum des Reiches. Aus diesen Gründen und zur Sicherung der eigenen, von den Nachbarn bedrohten Lage war der regierende Kleine Rat stets an Informationen interessiert und gab diese (gezielt) weiter.

Auskunft über die vielfältigen auswärtigen Beziehungen der Reichsstadt Nürnberg geben die Briefbücher der Stadt, die sich in 359 Bänden von 1404 bis 1738 kontinuierlich erhalten haben. In diesen, mehrere hundert Folio umfassenden, Bänden sind die ausgehenden Schreiben des Rates meist im vollständigen Wortlaut gesammelt. Anhand von Korrekturen, Durchstreichungen und Nachträgen lässt sich zudem der Schreibprozess an den Briefen ablesen.

In einem von der Friedrich Freiherr von Haller’sche Forschungsstiftung geförderten Pilotprojekt wird das älteste erhaltene Briefbuch von 1404 bis 1408 ediert, welches bereits über 800 Briefe enthält. Abgedeckt wird dabei ein weites Spektrum von der Reichsgeschichte bis zu Rechtsstreitigkeiten von einzelnen Bürgern.

Methodisch werden im Rahmen des Projektes die neuesten Möglichkeiten der automatischen Schrifterkennung erprobt; entsprechende Kooperationen mit dem Lehrstuhl für Mustererkennung (Prof. Dr.-Ing. Andreas Maier) sowie mit dem derzeit führenden Konsortium READ bestehen und sollen zu einer langfristigen Zusammenarbeit führen, vgl. dazu auch das Nürnberger Quellenkorpus (http://www.briefbuecher.tf.fau.de/).

 

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Herbers

Mitarbeiterin: Sabrina Späth M.A.

Bild: Nürnberger Briefbuch Nr. 1, fol. 9v (Staatsarchiv Nürnberg, Rst. Nürnberg, Rep. 61a: Ratskanzlei, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 1).