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Laufende Projekte

Corinna Schattauer: Weibliche Handlungsmacht und Mobilität. Kommerzielle Schönheitskonkurrenzen in Deutschland, 1909 – 1933

Ziel der Dissertation ist es, Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie Frauen über die Praxis kommerzieller Schönheitskonkurrenzen in Deutschland zwischen 1909 und 1933 ihre Handlungsmöglich­keiten und Mobilitätspotentiale erweiterten und ihre Leben dadurch transnational ausrichteten. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur Erforschung der transnationalen Verflechtungen Deutschlands im späten Kaiserreich und der Zwischenkriegszeit. Auf der Grundlage von Presseerzeugnissen, Reklame, Unterlagen von Konzernen und kommunalen Behörden sowie künstlerischen Verarbeitungen des Themas untersucht die Dissertation Konkurrenz-, Identitäts- und Konsumpraktiken, grenzüberschreitende Praktiken, Mobilitätspraktiken und Praktiken der Moderne als Teilaspekte des Praxiskomplexes der Schönheitskonkurrenzen. Auf diese Weise wird analysiert, wie soziale und räumliche Mobilität für die Teilnehmerinnen solcher Konkurrenzen verschränkt waren, wie mobile Frauen Vorstellungen von Lokalität, Regionalität und Nationalität prägten und wie sie gesellschaftliche Machtbeziehungen und Ordnungsstrukturen verschieben konnten. Die Arbeit zeigt, dass Frauen im späten Kaiserreich und in der Zwischenkriegszeit einerseits als Ressource für die Konstruktion von Lokalität, Regionalität und Nationalität dienten, diese Zuschreibungen aber auch als Ressource für soziale und transnationale Mobilität nutzten. Auf diese Weise werden Frauen als wichtige Akteurinnen zentraler Prozesse des Untersuchungszeitraums erkennbar: der Kommerzialisierung und Ökonomisierung von Gesellschaft sowie des komplexen Wechselspiels zwischen Nationalisierung und Transnationalisierung.

Elektra Cheliotis: Erlangen als migrantischer Ort, 1945-1968

Zum März 2020 hat das DFG-Netzwerk „Erbfälle und Eigentumsübertragungen – Erbpraktiken im Spannungsfeld von Staat und Familie seit 1800“ seine Arbeit aufgenommen. Das Netzwerk wird von Prof. Dr. Simone Derix (FAU Erlangen-Nürnberg) und Dr. Jürgen Dinkel (Universität Leipzig) koordiniert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Netzwerk für drei Jahre.

Informationen zur Arbeit und Ankündigungen zur öffentlichen Tagung des Netzwerks finden Sie hier.

Vom 01.09.2020 bis zum 31.08.2021 fördert die Virtuelle Hochschule Bayern die Entwicklung eines digitalen Lehrangebots zur Geschichte Europas im 19. Jahrhundert. Die Koordination des Projekts liegt bei Prof. Dr. Rainer Liedtke (Universität Regensburg) und wird in Kooperation mit Prof. Dr. Simone Derix (FAU) umgesetzt. Das Lehrangebot im Umfang von 2 SWS/5 ECTS wird ab dem Wintersemester 2021/22 zur Verfügung stehen.

Gemeinsam mit PD Dr. Bettina Brockmeyer (FAU/Universität Hamburg) und Prof. Dr. Ulrike Lindner (Universität Köln) veranstaltet Prof. Dr. Simone Derix (FAU) eine internationale Tagung zum Thema „Restitution – von wem, was, an wen? Konzepte und Vorstellungen von Recht und Eigentum im Hinblick auf Objekte aus Kolonialismus und Nationalsozialismus“. Die von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Tagung wird vom 13.08.2021-15.08.2021 in Erlangen stattfinden.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „NS-Medizinverbrechen zwischen Verdrängung und Aufarbeitung. Interdisziplinäres Projektseminar zur „zweiten Geschichte“ des nationalsozialistischen Patientenmords in der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt nach 1945″ entwickeln Studierende der medizinischen und der philosophischen Fakultät im Wintersemester 2020/21 einen Podcast zum Umgang mit der Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Erlangen nach 1945. Die Lehrveranstaltung schließt an ein Projektseminar aus dem Wintersemester 2019/20 an, in dessen Rahmen ein Audiowalk zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Erlangen entstanden ist. Die Projektseminare werden von Dr. Susanne Ude-Koeller (Lehrstuhl für Geschichte der Medizin) und Helen Wagner (Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte) gemeinsam abgehalten. Für die Umsetzung des Lehrvorhabens konnte Helen Wagner eine Förderung durch den Innovationsfonds Lehre der FAU einwerben.

Abgeschlossene Projekte

„Patientenmord hinter Sandsteinmauern zwischen Abriss und Erinnerung“ – unter diesem Titel hat Helen Wagner (Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte) in Kooperation mit Dr. Susanne Ude-Koeller (Lehrstuhl für Geschichte der Medizin) im Wintersemester 2019/20 ein interdisziplinäres Projektseminar durchgeführt, in dessen Rahmen ein Audiowalk zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Erlangen entstanden ist. Die Teilnehmer*innen des Seminars haben sich ein Semester lang mit der Geschichte der nationalsozialistischen Medizinverbrechen beschäftigt, die an Patient*innen der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt und der Universitätskliniken verübt wurden. Für die Umsetzung des Lehrvorhabens konnte Helen Wagner eine Förderung durch den Innovationsfonds Lehre der FAU einwerben. Für das Konzept der Lehrveranstaltung wurde sie mit dem Lehrpreis der Philosophischen Fakultät ausgezeichnet.

Die 1846 als „Kreisirrenanstalt“ gegründete Erlanger Heil- und Pflegeanstalt galt noch in den 1920er Jahren als Musteranstalt der modernen Reformpsychiatrie. In den Jahren 1939 bis 1945 wurde sie „Schau-Platz“ eines bis dato beispiellosen Verbrechens. Über 900 Patient*innen wurden in Tötungsanstalten deportiert und dort ermordet. Eine bislang nicht bekannte Zahl von Patient*innen fiel in der Erlanger Anstalt selbst der „Hungerkost“ zum Opfer. Der Audiowalk soll einen Beitrag dazu leisten, die Erinnerung an die Opfer wach zu halten. Er erzählt die Geschichte des Patientenmordes nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern folgt den Spuren der nationalsozialistischen Medizinverbrechen durch die Stadt. Der Audiowalk ist über die kostenlose App izi.travel verfügbar.

Medienberichte

Das Franken Fernsehen hat über den Audiowalk berichtet. Kurz vor Weihnachten 2020 lief zunächst ein kürzerer Beitrag in der Sendung Guten Abend Franken. Im Januar 2021 wurde dann ein längerer Beitrag ausgestrahlt, diesmal als kurze Reportage.  Die evangelische Presseagentur berichtete ebenfalls über den Audiowalk. Ein Hörfunkbeitrag lief im Nürnberger Programm von Radio Charivari, ein weiterer Bericht erschien auf Sonntagsblatt.de.

 


(c) Jasmin Kluge + Jutta Olschewski, Evang. Funk-Agentur (efa)  

 

Der Audiowalk auf izi.travel

Nutzer:innen des Audiowalks vor dem ehemaligen Direktionsgebäude der Heil- und Pflegeanstalt

Nutzer:innen des Audiowalks vor dem Kopfbau der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt

Dreharbeiten des Franken Fernsehens