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Studium und Lehre

Das Wilhelminische Deutschland 1890-1914 (ZOOM-Veranstaltung)

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

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  • Do 12:15-13:45

Inhalt

Die "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" wird von Historikern ja recht oft beschworen - selten war sie so eklatant wie im Wilhelminischen Deutschland: Die Parteien entwickeln sich von Honoratioren- zu Massenparteien, in vielem modern anmutende Pressure groups betreiben emsig Lobby-Arbeit, ökonomisch schließt Deutschland zu den führenden Industriemächten, den USA und Großbritannien, auf; und doch erfährt das politische System des Kaiserreichs keine Parlamentarisierung, die politischen Letztentscheidungen fallen bis 1914 in einem kleinen Klüngel politisch unreifer Günstlinge um den Kaiser. Die Unternehmer sind wagemutig und dynamisch - vertreten indes einen feudalen Herr-im-Haus-Standpunkt und arbeiten politisch mit den reaktionären Großagrariern zusammen. Ein modernes, weltweit anerkanntes Bildungssystem produziert zahlreiche servile "Untertanen", der "Reserveoffizier" gilt als gesellschaftliches Leitbild. Eine im europäischen Maßstab fortschrittliche Sozialpolitik geht einher mit dem fortgesetzten Kampf gegen "Reichsfeinde" und "vaterlandslose Gesellen". Natürlich wollen wir auch jene Kriseneskalation im Sommer 1914 analysieren, die für viele Historiker in die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts mündete.

Empfohlene Literatur

Die Literatur ist mehr als reichhaltig. Flott geschriebene Hinführung: - Volker Ullrich, Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871-1918, Frankfurt 1997.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20