Navigation

Praxisübung II (Quellen, Theorie und Methode): Krieg und Frieden in der Vormoderne

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Di 10:15-11:45, Raum 00.14 PSG

Inhalt

Da die Zeitmaschine nur in Science-Fiction-Filmen und Comics existiert, muss sich der Historiker beim Versuch, vergangene Ereignisketten und Sinnzusammenhänge zu rekonstruieren, an Erzeugnisse der Vergangenheit halten, die noch in der Gegenwart existieren: an Quellen also. Wie der Historiker professionell mit Quellen umgeht, wollen wir in diesem Kurs einüben.
Im ersten Drittel des Semesters werden hauptsächlich `Lehrervorträge´ die methodischen und theoretischen Grundlagen des Faches vorstellen. Die geschichtstheoretischen Ausführungen sind  damit schlagen wir "zwei Fliegen mit einer Klappe"  in einen Vortrag über die Geschichte der Geschichtswissenschaft eingebettet. Danach steht gemeinsame Quellenlektüre im Zentrum. Am Ende des Semesters werden wir uns Grundwissen erarbeitet haben (welche Kriege muss denn der Historiker unbedingt kennen, wie hat man vor den modernen Massenheeren und nach dem Niedergang der mittelalterlichen Panzerreiter Krieg geführt?). Wir werden uns aber auch anspruchsvollere Fragen stellen: Wie dachten denn vormoderne Menschen (von den Entscheidungsträgern über Publizisten bis hin zu Frau Hinz und Herrn Kunz) über den Krieg, wie über den Frieden? Hier werden wir die eine und andere Überraschung erleben (so wird man nicht behaupten können, dass der Frieden für vormoderne Entscheider unter fast allen Umständen einen moralischen Bonus vor dem Krieg besaß).

Empfohlene Literatur

Die Anfängerübung setzt noch keine "fortgeschrittenen" Kenntnisse voraus. Studienbüchlein über den wohl schlimmsten Krieg der Weltgeschichte: Axel Gotthard, Der Dreißigjährige Krieg. Eine Einführung (Uni-Taschenbücher 4555), Köln/Weimar/Wien 2016; nur zur Anregung (das dicke Buch will nicht von vorn bis hinten durchgelesen sein!): Axel Gotthard, Der liebe vnd werthe Fried. Kriegskonzepte und Neutralitätsvorstellungen in der Frühen Neuzeit, Köln/Weimar/Wien 2014.