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Die Ära Montgelas in Bayern

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Inhalt

Maximilian Joseph Freiherr (später Graf) von Montgelas (1759-1838) gehörte zu jenem kleinen Kreis aufgeklärter Reformer, die beim Untergang des Alten Reichs und der Neuordnung Deutschlands eine ganz besondere Rolle spielten. Als Berater des Herzogs Maximilian IV. von Pfalz-Bayern begleitete er dessen Weg zur Erhebung als König Max I. Joseph von Bayern im Jahr 1806.
Eine große politische Herausforderung war die Eingliederung der neubayerischen Gebiete Frankens und Schwabens und der territorial getrennten Rheinpfalz in die alten wittelsbachischen Stammlande Ober- und Niederbayern und Oberpfalz. Durch eine "Revolution von oben" begründete Montgelas in Bayern den modernen Monopolstaat, der ungeteilte Souveränität beanspruchte. Wichtige Instrumente hierfür waren eine wirkungsvolle Staatsverwaltung mit neuer Gerichtsverfassung und Rechtspflege sowie die Bildung einer qualifizierten Beamtenschaft. Die Wirtschaftsreformen erstreckten sich auf vereinheitlichte Maße, Gewichte und Münzen; innerstaatliche Zölle wurden aufgehoben, die feudale Grundherrschaft eingeschränkt und Zünften wurde ihr alter Status genommen. Der Staat organisierte und beaufsichtigte den Bildungsbereich und der Zuwachs an überwiegend protestantischen Gebieten verlangte auch eine tolerantere Religionspolitik; seit 1809 galt zwischen Katholiken und Protestanten endgültig konfessionelle Parität, den Juden wurde immerhin der Status einer Privatkirchengesellschaft zugestanden.

Empfohlene Literatur

Weis, Eberhard: Die Begründung des modernen bayerischen Staates unter König Max I. (1799-1825), in: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. 4 (Das Neue Bayern), neu hg. von Alois Schmid, München (2., völlig neu bearb. Aufl.) 2003, S. 4-126.

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