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MED 82601 Galen und seine Patient/Innen - Medizin und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit - Wahlpflichtfach im 1. Studienabschnitt

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Mo 18:15-19:45, Raum großer SR IGdM (Kurs Galen und seine Patient/Innen - Medizin und GExamensseminar (ES)ellschaft in der römischen Kaiserzeit - WahlPrüfung (PF)lichtfach im 1. Studienabschnitt (V-PS18))

Voraussetzungen / Organisatorisches

Das Seminar zielt darauf, Studierende der Medizin, weiterhin auch Studierende anderer Fakultäten, am Beispiel der Medizin in der römischen Kaiserzeit mit aktuellen Fragestellungen und Methoden der Medizingeschichte vertraut zu machen. Das Seminar kann als Wahlpflichtfach für den 1. und 2. Studienabschnitt belegt werden. Studierende anderer Fakultäten sind ebenfalls willkommen und können in Abstimmung mit ihrer Studienordnung einen Schein erwerben. Erwartet werden Anwesenheit, aktive Mitarbeit und Bearbeitung der regelmäßigen Arbeitsaufträge. Die Veranstaltung ist auch für Studierende der Medizin (und der Zahnmedizin) geeignet, die sich für eine Dissertation im Fach Medizingeschichte interessieren; diese werden im Laufe des Seminars mit zusätzlichen Informationen versorgt.



Die Anmeldung für Studierende der Medizin erfolgt über meinCampus.

Inhalt

Wer in der römischen Kaiserzeit etwas für seine Gesundheit tun wollte, konnte aus einem sehr großen Angebot wählen. Ärzte waren nur eine Gruppe von Spezialisten unter mehreren, die versprachen, Gesundheit erhalten, Leiden lindern und Krankheiten heilen zu können. Die Ärzte selbst bildeten weder in sozialer noch in medizinischer Hinsicht eine Einheit; einen Konsens über Diagnosen und Therapien gab es nicht. Der heute berühmteste dieser Ärzte war Galen aus Pergamon (129-ca. 210 n.Chr.), der seit ca. 162 n. Chr. (mit kurzen Unterbrechungen) bis zu seinem Tod in Rom wirkte. Dieser andauernde Ruhm entspricht durchaus dem Bild, das Galen, der zeitweise Kaiser Marc Aurel (161-180 n. Chr.) behandelte, von sich selbst gezeichnet hat: Er sah sich selbst als den größten aller lebenden und toten Ärzte, im Rang gleich dem Hippokrates. Dass diese Selbstdarstellung, die zu Lebzeiten keineswegs unumstritten war, sich bei der Nachwelt durchgesetzt hat, liegt vor allem daran, dass Galen ein außerordentlich versierter und produktiver Schriftsteller war; sein Werk, das umfangreichste erhaltene aus der Antike, umfasst medizinische Fachtexte, Fallschilderungen, philosophische Erörterungen, biographische Skizzen und Kommentare. Im Seminar wird die Entwicklung der griechischen Medizin im kaiserlichen Rom im sozialhistorischen Kontext betrachtet: Es geht, neben Konzepten und Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, um die Stellung der Ärzte in der Gesellschaft, ihr Verhältnis zu den Kollegen, also um Konkurrenz und Polemik, ihren Umgang mit den Patient/Innen, weiterhin auch um die sog. „Antoninische Pest", deren Zeuge Galen war.

Empfohlene Literatur

BOUDON-MILLOT, V.: Galien de Pergame. Un médecin Grec à Rome. Paris 2012; GILL, CH./WHITMARSH, T./WILKINS, J. (Hg.): Galen and the World of Knowledge. Cambridge 2009. HANKINSON, R.J. (Hg.): The Cambridge companion to Galen. Cambridge 2008. KOLLESCH, J./NICKEL, D.: Bibliographia Galeniana. Die Beiträge des 20. Jahrhunderts zur Galenforschung, ANRW 2, 37, 2 (1994), 1351-1420; 2063-2070. LEVEN, K.-H.: Antike Medizin. Ein Lexikon. München 2005. MATTERN, S.P.: Galen and the Rhetoric of Healing. Baltimore 2008. NUTTON, V. (Hg.): The Unknown Galen, London 2002. MATTERN, S.P.: The Prince of Medicine. Galen in the Roman Empire. Oxford 2013. NUTTON, V.: Ancient Medicine. London, New York 22013. SCHLANGE-SCHÖNINGEN, H.: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. Berlin 2003.

Zusätzliche Informationen

Schlagwörter: Galen und seine Patient/Innen - Medizin und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit

Erwartete Teilnehmerzahl: 18

www: http://www.igem.med.uni-erlangen.de/studium-und-lehre/wahlpflichtfach/