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Patrizier als Führungsschicht in den Reichsstädten

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Do 10:15-11:45, Raum C 201

Inhalt

Die politisch, sozial und wirtschaftlich führenden Schichten in der süddeutschen Städtelandschaft erfuhren im Humanismus eine an antiken Vorbildern vorgenommene Neujustierung. Angehörige der reichsstädtischen Oligarchie wurden in Grabinschriften und lateinischen Quellen seit dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert als „patricii" bezeichnet.
Ihr gesellschaftliches Engagement brachte einigen Reichsstädten in der frühen Neuzeit nochmals eine späte Blüte. Zugleich öffneten Patrizier die Tore der alten Reichsstädte hin zu den Landgütern und Familienschlössern, in die sich die städtische Elite seit dem späten Mittelalter einkaufte.
Nach der Mediatisierung der Reichsstädte zu Beginn des 19. Jahrhunderts verliert sich meist die patrizische Spur. Essentiell für die Sicherung sichtbarer Geschlechtergeschichte waren dabei das bauliche und heraldische Erbe, in jüngerer Zeit entdeckte unser Thema auch die Gastronomie-, Hotel- und Tourismusbranche.
Lange zuvor hatten aber Reformen des späten 18. Jahrhunderts das städtische Patriziat politisch entmachtet.

Empfohlene Literatur

Wolfgang Wüst (Hg.) unter Mitarbeit von Marc Holländer, Patrizier - Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel, Berlin u.a. 2018.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20