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PS Nationale Ursprünge? Reichsformierung und Identitätsbildung im nachkarolingischen Europa

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

Bitte bachten Sie den Starttermin der Veranstaltung: 11.11.2019

  • Mo 10:15-11:45, Raum 00.15 PSG

Inhalt

Im Jahr 888 wurde das fränkische Reich, das über ein Jahrhundert lang von der karolingischen Dynastie regiert wurde, endgültig in kleinere Königreiche aufgelöst. Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts haben die nachfolgende Periode, das 10. Jahrhundert, als eine Zeit der nationalen Ursprünge dargestellt. In den Nachfolgeregionen des karolingischen Reiches, die durch dessen Zerfall entstanden sind, nämlich West- und Ostfranken, fanden sie die Anfänge des modernen Frankreich und Deutschland. Diese Ansicht wird nach wie vor von Einigen geteilt: In der ZDF-Dokumentation „Die Deutschen" wird der ostfränkische Herrscher Otto I. als „Urvater Deutschlands" dargestellt.
In diesem Seminar werden wir die Entwicklung der sogenannten karolingischen Nachfolgereiche und andere Fragen der Identitätsbildung in dieser Zeit diskutieren. Was bedeutete es, ein „Franke" zu sein, nachdem sich das karolingische Reich aufgelöst hatte? Welche Bedeutung hatte ein Wort wie „Vaterland" („patria") für die Autoren dieser Zeit? Was war neu an den Identitäten des 10. Jahrhunderts und was wurde aus früheren Mustern übernommen? Und gab es tatsächlich bereits (vor )„deutsche" oder „französische" Königreiche und Identitäten?

Empfohlene Literatur

Bernd Schneidmüller, Reich, Volk, Nation: Die Entstehung des Deutschen Reiches und der deutschen Nation im Mittelalter, in: Mittelalterliche nationes, neuzeitliche Nationen. Probleme der Nationenbildung in Europa (1995), S. 73-102.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20