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Studium und Lehre

Die Mitlebenden und ihre wissenschaftliche Behandlung. Zeithistorische Perspektiven auf Zeitzeug/innenschaft (ZOOM-Veranstaltung)

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

ECTS-Credits: gemäß Bestimmungen der Prüfungsordnungen.

  • Mo 14:15-15:45

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die Lehrveranstaltung wird online via Stud-On und Zoom durchgeführt, Präsenztermine finden nicht statt. Geplant ist ein Mix aus asynchronen Elementen (via Stud-On) und synchronen Elementen (via Zoom). Halten Sie sich bitte daher den wöchentlichen Sitzungstermin für die Arbeit im Proseminar grundsätzlich frei. Das Verhältnis von asynchronen Elementen, die flexibel außerhalb der Seminarzeit bearbeitet werden können, und synchronen Sitzungen via Zoom wird an die Bedürfnisse und technischen Voraussetzungen der Seminarteilnehmer/innen angepasst.

Inhalt

Schon seit einigen Jahren wird immer wieder die Frage diskutiert, wie sich unsere Erinnerung an den Holocaust verändern wird, wenn es keine lebenden Zeitzeg/innen mehr gibt. Das bevorstehende ‚Ende der Zeitzeug/innenschaft‘ beschäftigt nicht nur die Forschung, sondern hat auch Projekte wie „Zweitzeugen" oder die Entwicklung von Zeitzeug/innen-Hologrammen in Gang gebracht, die das Gespräch mit den Überlebenden des Holocaust langfristig ersetzen sollen. Wie und warum sind die Zeitzeug/innen aber zu so zentralen Instanzen der Erinnerung geworden? Warum denkt man bei der Beschäftigung mit dem Thema Zeitzeug/innen meist zuerst an die NS-Geschichte? Welche Rolle spielen Zeit zeug/innen für die Beschäftigung mit anderen Themen der Zeitgeschichte und für die Disziplin im Allgemeinen? Diesen und anderen Fragen werden wir im Proseminar nachgehen.
Das Proseminar zeichnet die Entwicklung von den ersten zeithistorischen Interviews der 1950er Jahre über die Etablierung der Oral History in den 1980er und 1990er Jahren bis zur aktuellen Auseinandersetzung mit der Rolle von Zeitzeug/innen in der Geschichtskultur nach. Anhand dieser Entwicklung werden sowohl methodische und theoretische Herausforderungen als auch zentrale Themen und Kontroversen der Zeitgeschichte nachvollzogen. Neben der Diskussion grundsätzlicher Begriffe wie ‚Zeugenschaft‘ und Fragen nach der Periodisierung von Zeitgeschichte sollen basale geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken wie der kritische Umgang mit Quellen, wissenschaftliches Zitieren, Recherchieren und Bibliographieren sowie die Erarbeitung historischer Fragestellungen erlernt und eingeübt werden. Die Veranstaltung ist partizipativ angelegt, die Bereitschaft zum Lesen englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.

Empfohlene Literatur

- Obertreis, Julia (Hg.): Oral History, Stuttgart 2012. - Sabrow, Martin/Frei, Norbert (Hg.): Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012. - Taubitz, Jan: Holocaust Oral History und das lange Ende der Zeitzeugenschaft, Göttingen 2016.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20