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Nation und Nationalismus im 19. Jahrhundert

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

die Veranstaltung findet in digitaler Form statt; Beginn: 04. November

  • Mi 12:15-13:45

Prerequisites / Organizational information

Online-Veranstaltung

Inhalt

Das 19. Jahrhundert wird mit einigem Recht das "nationalstaatliche" genannt. Wir wollen das - bei einigen Seitenblicken (Freiheitskampf der Griechen in den 1820er Jahren, der frischgebackene Staat Belgien seit 1830, das Los der Polen unter russischer und preußischer Herrschaft) - als Roten Faden durch die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts nutzen: nationaler Taumel und nationales Trauma der frustrierten "Generation 1813"; Burschenschaften und Turnvereine, später auch Gesangsvereine, heutzutage nicht als Avantgarden des Fortschritts gerühmt, werden Träger des "liberalen" und - noch ist das fast identisch - "nationalen" Gedankenguts der akademischen Eliten; der Nationalismus verliert 1840 seinen naiven Charme allumfassender Völkerbeglückung, lädt sich mit einem Feindbild auf (Rheinkrise, Rheinliedbewegung; unsere Nationalhymne entstand in diesem Kontext); die Frage einer "kleindeutschen" oder aber "großdeutschen" Organisation Mitteleuropas bei der 48er-Revolution; der Kampf der nationalen Konzepte nach 1850 (Siebzigmillionenreich, preußisch-kleindeutsche Lösung, Rolle des "Dritten Deutschland"?); Bismarck macht aus dem Nationalismus ein "konservatives" Thema; Bismarcks Politik der "negativen Integration" nach 1871 (also sein Kampf gegen "vaterlandslose" Sozialdemokraten, "ultramontane" Katholiken und Polen): das sind einige Themen des Seminars.

Empfohlene Literatur

Einführende Literatur: Wir besprechen die Forschungslage in der ersten Sitzung. Vorab eine Geschichte "des Nationalismus" zu lesen, empfehle ich nicht. Hingegen können Grundkenntnisse der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts den Diskussionen im Seminar nur nützen. Die knappste Hinführung an den Deutschen Bund (1815-1866) stammt von Jürgen Müller. Zur Geschichte des Kaiserreichs seit 1871 hat Volker Ullrich unter dem Titel "Die nervöse Großmacht" einen flott geschriebenen Überblick vorgelegt.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20