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Hauptseminar: Europäische Stadtgeschichte 1850 - 1991

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

Seminarraum 1.313, Bismarckstraße 12, 1. Stock

  • Di 16:00-18:00

Inhalt

Ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung Europas (und der Welt) lebt in Städten, und die Gestaltung von städtischen Lebensräumen wird maßgeblich für die künftige Entwicklung der Menschheit sein. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts setzten verschiedene große Urbanisierungswellen in Europa ein. Stadtentwicklung, etwa die Einführung von elektrischer Straßenbeleuchtung, gilt spätestens seit dem 19. Jahrhundert als Ausweis von Moderne in der Konkurrenz von Städten untereinander, aber auch in nationalen und transnationalen Kontexten. Städte bestehen aus ineinander verschachtelten physischen und sozialen Räumen (etwa: Marktplätze, Hinterhöfe, Kneipen, Hochhausviertel), die die Struktur der Stadtbevölkerung spiegeln, aber auch mit konfigurieren. Stadtbewohner gehen mit der natürlichen und baulichen Umwelt spezifische Symbiosen ein.
Das Seminar wird, ausgehend von einigen theoretisch-methodischen Texten zur Stadtgeschichte und den urban studies, verschiedene Groß- und Hauptstädte Europas in den Blick nehmen, darunter London, Paris, Barcelona, Athen, München, Berlin, Hamburg, Warschau und St. Petersburg. Auch vergleichsweise kleine Städte wie Erlangen sollen ihren Platz in der Betrachtung erhalten. Grundfragen werden dabei die nach der Interaktion von Infrastrukturen, Gesellschaft und Politik sowie nach der sozialräumlichen Verfasstheit von Städten sein.
Zu den zu behandelnden Themen gehören - die Urbanisierung, verstanden als Grad der Verstädterung einer Gesellschaft, als Wachstumsprozess der Städte, aber auch als Ausbreitung städtischer Lebensformen, - Planung, Bau und Nutzung städtischer Infrastruktursysteme (etwa Straßenbahnverbindungen oder Wasserleitungen), - die Beschaffenheit von Stadtgesellschaften und Möglichkeiten der Partizipation an der Stadtpolitik, - Fragen der Hygiene (wie etwa Kanalisation, Epidemien, Müllentsorgung), - das Mensch-Natur-Verhältnis und ökologische Aspekte sowie - die sozialräumliche Struktur von Städten und deren Wirkungen.
Im Rahmen des Seminars wird es voraussichtlich möglich sein, an einer internationalen Konferenz zur Stadtgeschichte in Erlangen im Februar oder März 2020 teilzunehmen.
Englischkenntnisse werden neben guten Deutschkenntnissen vorausgesetzt, weitere Fremdsprachenkenntnisse zur Textlektüre sind willkommen.

Empfohlene Literatur

Einführende Literatur: Lenger, Friedrich: Metropolen der Moderne : eine europäische Stadtgeschichte seit 1850, München 2013. Bernhardt, Christoph: Umweltprobleme in der neueren europäischen Stadtgeschichte, in: Ders. (Hg.): Environmental Problems in European Cities in the 19th and 20th Century // Umweltprobleme in europäischen Städten des 19. und 20. Jahrhunderts, Münster u.a. 2001, S. 5-23.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 18