Orelli-Tag 2026

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Prof. Dr. Hans-Ulrich Wiemer (Lehrstuhl für Alte Geschichte) hat beim diesjährigen Orelli-Tag am 7. Februar anlässlich der Gründung des Zürcher Institut für Archäologie, Klassische Philologie und Altertumswissenschaften (IAKA) einen Festvortrag gehalten unter dem Titel „Die Welt ist gerade genug. Zur historischen Semantik des Begriffs Oikumene“.

 

 

 

 

Oikumene meint ursprünglich die Erde als Lebensraum der Menschheit. Der Begriff kommt um 400 v. Chr. im Kontext theoretischer Diskussionen auf, dringt jedoch schon bald in die Alltagssprache ein. Erst die römische Expansion führt zur Politisierung des Begriffs. Oikumene bezeichnet den Raum, in welchem der populus Romanus herrscht, das Imperium Romanum. Seit Augustus wird der Kaiser häufig als Herr oder Retter der Oikumene apostrophiert. Er selbst entzieht sich jedoch dem universalistischen Anspruch dieses Titels; er bleibt daher inoffiziell.